#1 Dohnanyi als Vermittler??? von Jens-Peter Gieschen 11.01.2014 14:48

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Eure Meinung?

http://www.welt.de/regionales/hamburg/ar...n-aufbauen.html

#2 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von NachtaktiverHH 11.01.2014 15:57

Mir bleiben nach diesem Artikel zwei Schlagwort:

- Rote Flora
- Vertauen

Es geht ja, wie es aussieht, nicht um die Rote Flora allein, sondern um viele Dinge mehr. Im Grunde geht es wohl um Zweifel an dem regierenden "System",und da spielen regierende Parteien, welche auch immer, eine untergeordnete Rolle.
Auf einer Antifa Seite las ich "Für eine Gesellschaft ohne Knäste !", was ja darauf hindeutet generell Autorität abschaffen zu wollen. Für mich eine schöne, aber utopische Vorstellung.

Wäre die Flora nicht verkauft und die Erhaltung gesichert worden, glaube ich nicht, dass damit die Konflikte gelöst wären. Auch wenn das Problem Hafenstrasse gelöst wurde, war dies wohl nicht sehr nachhaltig, wie wir jetzt sehen. Hafenstrasse und Rote Flora verkommen da nur zu zeitlichen Schlagworten. Von daher glaube ich nicht, dass die zugesicherte Erhaltung der Flora langfristiges Vertrauen erzeugen kann. Vielleicht bei der Masse der Bewegung, aber nicht beim harten Kern. Der will, meiner Ansicht nach, eine neue Form der Gesellschaft und des Systems, ohne viel Regeln, Gesetze und Autorität.

Von daher können wir wohl nicht mal nur von einem "Problem" reden, das gelöst werden könnte.

Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, das Leute wie von Dohnanyi vermitteln könnten und die Situation zumindest entschärfen. Ältere Menschen mit Erfahrung, von denen wir lernen und profitieren können, halte ich für sehr wichtig in einer Gesellschaft. In Familien war das früher der Opa, in der Gesellschaft scheint das inzwischen Mangelware, im politischen System wohl auch.

Abschliessend wage ich das Gedankenexperiment, es gäbe ein System, dass den "Linken" zusagt. Dann würde es wohl wieder andere Gruppen geben, denen das nicht zusagt, womöglich rechter Ausrichtung. Ich befürchte wir werden nie alle zufriedenstellen können und es wird, wie bisher, ein ewiges hin und her, auf lange Sicht.

Eine Demokratie kann wohl nur funktionieren, wenn auch die Minderheiten die mehrheitlichen Entscheidungen akzeptieren können. Ziel einer Bewegung und Lösung ihrer Anliegen könnte also sein, Mehrheiten zu schaffen. Und dies durch Reden, Argumentation und nicht durch Gewalt.

#3 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von accid-one 11.01.2014 16:22

Mit Terroristen redet oder verhandelt man nicht, diese klagt man an und verurteilt sie.! Viele oder manche sind Terroristen gezeigt und bewiesen u.a. in Hamburg durch Gewalt, Vandalismus an Personen, Häusern und anderen etwaigen Dingen und Gegenständen.

#4 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Robert Grätz 11.01.2014 16:35

Seit wann verhandelt der Deutsche Staat mit Gewalttätern? Vermitteln ist in diesem Fall nichts anderes! Was soll dieser Unfug? Da geht mir das Messer in der Tasche auf! Willkürlich Gewalt gegen Polizisten, für Hamburg wird eine Reisewarnung verhängt das ist Terrorismus aus den eignen Reihen! KEINE VERHANDLUNGEN mit Terroristen!

#5 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von egal..... 11.01.2014 16:38

mal ehrlich: wer verhandelt eigentlich mit den Geschädigten, den sich fürchtenden Kindern, den verletzten Polizisten?
Das funktioniert genausowenig, wie sich die radikalen Autonomen einigen werden.

Das Ganze ist letztlich das Ergebniss einer zu liberalen Politik, wie sie überall in der Eu stattfindet.

Die weitere Folge? Rechtsrücke......

#6 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Echo 11.01.2014 16:55

Die Frage ist doch, ob man zu einer friedlichen Lösung kommen möchte, oder nicht.
Es sind eben nicht nur Radikale, die hier auf St. Pauli und in der Sternschanze für ihre Viertel demonstrieren. Das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn viele von Ihnen das nicht wahrhaben wollen.

Eine gerechte Stadtpolitik muss auch auf die Minderheiten zugehen.

Studieren Sie bitte den Fall Hafenstraße.

#7 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Oele_Pinguin 11.01.2014 18:56

Die Flora ist richtig und gut, hat letztlich aber nur Symbolcharakter. Ich glaube nicht, dass Probleme gelöst werden, indem die Flora zurückgekauft wird oder sonst irgendein Bestandsschutz erreicht wird. Das eigentlich Problem ist eine unfassbar ignorante Politik sämtlicher Parteien. So lange zielgerichtet versucht wird die Stadt unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung zu vermarkten, wird man nicht weiter kommen. Man müsste viel mehr öffentliche oder öffentlich geförderte Räume/Platze schaffen, an und in denen Menschen zusammen was auf die Beine stellen können. Ich wohne seit etwa Anfang 2003 in Hamburg, mit kurzer Unterbrechung, und wenn ich mir überlege wie sich die Stadt in den Jahren bis heute verändert hat, kann ich mich immer wieder aufregen:

- Mövenpickhotel
- Tanzende Türme
- alle schrecklichen Großveranstaltungen, Hafengeburtstag, Schlagvermove, G-Move, Motorradgottesdienst,
- Hafencity
- Elbphilharmonie
- Dschungel weg
- Machwitz weg
- Jahrmarkt weg
- verfehlte Drogenpolitik / Umgang mit Prostitution
- Ausländer- / Asylpraxis
- Privatisierung öffentlicher Flächen: Stichwort Spielbudenplatz / Hbf
- Eventisierung der Reeperbahn als Touristenabmelkmeile
- IGA
- völlige Ignoranz kleinerer unkommerzieller Veranstaltungen: Stichwort Schall & Rausch Festival
- Umgang mit Obdachlosen
- Brechmitteleinsatz
- IKEA in Altona (ich weiß es gab einen Volksentscheid)
- Privatisierung der LBK (unter Nichtbeachtung des durchgeführten Volksentscheides)


Naja, das sind Dinge, die mir auf die schnelle einfallen. Und wenn ich dann abends nach Hause gehe und sehe im Vodafone-Shop ne gesplitterte Scheibe, hab ich iwie gar nicht soooo viel Mitleid. Wichtig wäre halt, politische Entscheidungen zu hinterfragen und damit anzufangen eine Politik für die hier in der Stadt lebenden Menschen zu machen. Dann würden sich einige Probleme von ganz alleine lösen. Ich glaube die tatsächlich radikalen Leute, die das System/Grundgesetz an sich für falsch halten, sind gar nicht so das Problem.

Gruss

Edit: Hier nochmal ein schönes Interview mit Bims Brohm. Die Probleme der in Hamburg gelebten Stadtentwicklungspolitik bringt er ganz gut auf den Punkt wie ich finde.

http://www.youtube.com/watch?v=0ljKoA-UwvU

http://www.youtube.com/watch?v=h-r1cfIWm_E


Und für alle dies noch nicht kennen, eine schöne Doku zum Theme Aufwertung/Gentrifizierung des Stadtteils St.Pauli:

http://www.youtube.com/watch?v=gYXgGyETEZY

#8 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von NachtaktiverHH 11.01.2014 19:37

Oele_Pinguin,

im Grunde kann ich dir nur zustimmen. Aber nicht in allen Punkten.
Was spricht denn gegen Hafengeburtstag, Schlagvermove, G-Move, Motorradgottesdienst und die Tatsache, dass die Reeperbahn ein Touristen-Magnet ist. Hamburg ist sehens- und erlebenswert. Hamburg findet inzwischen weltweit Erwähnung. Man kann dagegen sein, aber es ist auch ein Kompliment. Wir sind als sehr liberale Hanseaten geschätzt, wohl auch geschichtlich begründet. Denn unsere Stadt hat schon lang Gäste anderer Nationen und Kulturen. Und auch du hast dich für Hamburg entschieden und bist hier sicher willkommen. Und deshalb verfolgen wohl viele Urhamburger die aktuellen Vorfälle mit großer Sorge. Das hat diese Stadt nicht verdient. Politisch ist hier sicher einiges im Argen, aber das ist für mich kein Problem der Hamburger, sondern bundesweit der aktuellen Art der Politik.

#9 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Oele_Pinguin 11.01.2014 20:02

Was die Veranstaltungen angeht, finde ich erklärt Rocko Schamoni das in dem Interview eigentlich ganz gut. Wirklich jede kommerzielle Großveranstaltung in Hamburg wird ohne Rücksicht auf die Menschen, die in dem Stadteil leben, durchgeführt. Veranstaltungen, wie der Schlagermove oder das Weltastrafest sind ja ausschließlich auf Profit ausgelegt. http://www.schlagermove.de/ Schau Dir die Seite doch mal an, da steckt doch wirklich nichts dahinter. Irgendne Hossa Hossa GmbH macht halt Kohle damit. Und auf St. Pauli leben die Leute und dürfen sowas dann ertragen. Ich bin kein Freund der Love-Parade, aber da steckte ja wenigstens in den Anfängen ein bißchen Substanz hinter. Veranstaltungen, derer einziger Sinn es ist den angereisten Niedersachsen das Geld aus der Tasche zu ziehen, kann man sich auch sparen.

Und auf die Reeperbahn selber war doch ein Touristenmagnet, aufgrund ihres eigenen Charmes. Aber genau dieser Charme ist in den letzten 15 Jahren auf der strecke geblieben. Wo kann man denn aufm Kiez noch ohne Probleme als unbekannte Band / Künstler noch Mucke machen oder auftreten? Oder Proberäume in Hamburg? Fast unmöglich was halbwegs brauchbares in erreichbarer Lage zu finden. :(

Ich geh jetzt Bier trinken! Wenigstens den Feldstern gibt es ja noch. :D

#10 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Kaligula 12.01.2014 12:20

Wir sind hier nicht bei einem Arbeitskampf zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Fehlt nur noch das Autonome eine Gewerkschaft für sich Gründen (Gewerkschaft der Autonomie und Freiheit :D)

Was will der Staat mit Verbrechern verhandeln die stolz sind Sachbeschädigung (Fenster einschlagen) und andere Gewaltdelikte auszuüben? Es wird schon ziemlich Lustig werden wenn man sich das mal vorstellt. Es wird eine Verhandlung zwischen Staat und Autonome eingeleitet. Ein Runder Tisch wird aus Staat, Polizei, SPD, Autonomen, Linken und Gewalttätern zusammengestellt. Gewalttäter, Autonome und Linke fordern die Abschaffung der Gefahrengebiete. Staat, SPD und Polizei halten dagegen.
Mich würde mal interessieren wie das gehen soll ?
Für eine Sinnvolle und plausible erklährung wäre ich dankbar

#11 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Cris 12.01.2014 12:44

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darüber kann man geteilter Meinung sein, rein von der Sache her hats beim Hafen ja funktioniert... Jemand der damals zwar mit dem Hafen sich zwangsweise auseinandersetzte aber nebenbei sich heute noch damit brüstet andere Hausprojekte verhindert bzw. geräumt zu haben ist sicher nicht der geeignete Ansprechpartner... aber ich bin sowieso kein Freund derartiger Vermittlungsversuche. Hätte es nicht diese massiven Proteste gegeben würde er heute von sich behaupten sie alle vom Tisch gefegt zu haben.
Gruss
Cris.

#12 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Kaligula 12.01.2014 13:22

Ich halte davon überhaupt nichts. Weil es nicht funktioniert und wenn Hr. Dohnanyi es vor 30 Jahren gemacht hat ist das toll für ihn. Aber wir leben jetzt in einer anderen Zeit wo vieles anders ist. Andere Generation und anderes Verhalten. Sowie "Blub" und das Hamburger Abendblatt es beschrieben hat werden diese Menschen nicht mit Staat und Polizei reden. Sorry aber es ist meine Meinung.

#13 RE: Dohnanyi als Vermittler??? von Cris 12.01.2014 15:59

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Hallo Kaligula,
den Text den Blub eingestellt hat gab es in ähnlicher Form in den 80igern auch schon. Nur nicht mit Schwerpunkt auf Internet, das war damals ja auch kein Thema. Es sind sicher viele dazugekommen und einige haben aufgehört.... viele sind aber damals wie heute aktiv. Ich halte aber genausowenig davon, nur aus völlig anderen Gründen. Flora ist unverträglich und so soll es auch bleiben.
Gruss
Cris.

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